Felke-Vital-Garten und Kurentwicklungskonzept

Stadtverband

Der „Felke-Vitalgarten“ scheint in aller Munde, aus Zeitungsberichten könnte man schließen, Pastor Felke sei der Erfinder der heutigen Wellness-Bewegung und ...

... dem Stadtbürgermeister sowie dem zuständigen Beigeordneten konnte es nicht schnell genug gehen, für 40.000,00 € eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die mittels den Arbeitsschritten einer klassischen Projektentwicklung herausfinden soll, ob ein solches Vorhaben sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar ist.

Die SPD in Bad Sobernheim und ihre Vertreter in Stadtrat und Ausschüssen steht diesem Vorhaben nicht ablehnend gegenüber, hat aber zum Vorgehen und der Art und Weise der Durchführung durchaus differenzierte Standpunkte. Die Idee, mit der Bad Sobernheim unter den Gewinnern des Wettbewerbes war, geht im Kern davon aus, dass möglichst viele der mehr als 200.000 Tagesbesucher in Bad Sobernheim für Felke interessiert und gewonnen werden sollen. In einer überwiegend im Freien errichteten Einrichtung soll den Besuchern spielerisch und gleichzeitig informativ und vermittelnd die klassischen Felke-Elemente Lehm-Wasser-Licht-Luft nahegebracht werden. In drei Zonen unterteilt, wird dem Besucher alles zum Thema „Felke“ geboten, bis hin zu Sitzreibewannen und Lehm-/Erdsauna.

Die konkretisierende Machbarkeitsstudie kann schon zeigen, wie attraktiv das Thema „Felke“ für ein Massenpublikum sein kann. Kann man „Felke“ begeisternd für Familien, Jugendliche, die Menschen aus Bad Sobernheim und Umgebung, die Radfahrer, Wanderer, Reisemobilfahrer und Museumsbesucher darstellen und sie dafür gewinnen oder bleibt eine „Felke-Kur“ trotz der sogenannten Alleinstellung auf dem Markt ein Nischenprodukt? Auf das Ergebnis können wir gespannt sein

Neben der Euphorie für den Felke-Vitalgarten wird leider fast vergessen, dass als Voraussetzung für jede weitere Förderung in die Entwicklung des Kur- und Tourismusstandortes Bad Sobernheim ein „Kurort-Entwicklungskonzept“ vorliegen muss. So schreibt es die Richtlinie zur Förderung der rheinland-pfälzischen Heilbäder und Kurorte vom 01. August 2008 vor. Ein solches Entwicklungskonzept hätten wir uns als Basis für die weitere Arbeit gewünscht. Dort wäre zu erkennen, wie und wo ein „Felke-Vital-Garten“ seinen Platz haben kann. Vernachlässigen dürfen wir es jetzt trotzdem nicht, vielmehr muss dies zu einem wertvollen Basiselement weiterer Arbeit werden.

Die Gesamtsicht auf die Kur- und Tourismusentwicklung in unserer Stadt ist sinnvoll, befreit sie doch von einem verengten Blick auf einzelne Projekte. Im Rahmen einer offenen Gesamtdiskussion über die Kur- und Tourismusentwicklung können interessierte und engagierte Bürger und Gruppen gehört und eingebunden werden. Viele Beobachtungen und Anregungen der Bad Sobernheimer sind wertvoll und hilfreich. Durch Einbeziehung vieler kreativer und engagierter Kräfte wird die weitere Entwicklung von Kur- und Tourismus in Bad Sobernheim in die Breite der Bevölkerung getragen. Workshops und daraus resultierende weiterführende Aktionen wären die wahren „Bürger-Initiativ-Tage“.

Bürgermeister und Beigeordneter haben zugesagt, das „Kurort-Entwicklungskonzept“ in einem Parallelverfahren zur Machbarkeitsstudie „Felke-Vital-Garten Bad Sobernheim“ erstellen zu lassen. Der beauftragte Prof. Lang spricht in seinen Angeboten auch von „beleitenden Workshops“. Die SPD wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf eine größtmögliche Öffentlichkeit in diesem Prozess hinwirken. Von der Bevölkerung nicht mitgetragene und akzeptierte „Gutachterkonzepte“ und „Expertenpapiere“ kann Bad Sobernheim nicht gebrauchen.

Uwe Engelmann

 
 

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