Presseartikel vom letzten Stammtisch

Stadtverband

Allgemeine Zeitung
Eine Weinstraße vor der Sparkasse

SPD: Innenstadtfest mit Vereinen abstimmen

Vom 08.11.2007

ttt. BAD SOBERNHEIM Veränderungen beim Innenstadtfest wird es nicht über die Köpfe der Vereine hinweg geben. (...) Außerdem wurde vorgeschlagen, mit einer Art Weinstraße vor der Sparkasse einen neuen Schwerpunkt des Festes zu setzen.

Der Antrag der SPD, über eine Öffnung des Festes auch für Nicht-Vereine zu reden, hatte Bernd Kappes beunruhigt. Der Vorsitzende der DLRG fragt sich, ob die Stadt hier handeln will, ohne mit den Vereinen gesprochen zu haben. Kappes erinnerte daran, dass das Fest einst als "Fest für die Vereine" ins Leben gerufen worden war. Er ist überzeugt, dass die Vereine die Veranstaltung auch weiterhin schultern können und verwies auf Ergänzungen wie Sonja oder das erweiterte Weinangebot an verschiedenen Ständen. Sollte das Innenstadtfest, wie von den Sozialdemokraten angedacht, in die Saarstraße ausgeweitet werden, befürchtet der Vorsitzende noch weniger Einnahmen der Vereine, da die Besucher Jahr für Jahr weniger ausgeben würden, wie Kappes beobachtet hat.

Volker Kurz versicherte, dass nicht an den Vereinen vorbei geplant werde. Doch auch die Stadt müsse sich Gedanken um die Zukunft des Festes machen, um "nicht irgendwann ohne Alternativen dazustehen". Kurz könnte sich vorstellen, dass mit der Saarstraße auch neue Kunden gelockt werden. "Es muss legitim sein, sich Gedanken zu machen", meinte auch Markus Below: "Um der demographischen Entwicklung in den Vereinen Rechnung zu tragen". Below weiß aus Gesprächen mit dem Liederkranz, dass die Sänger dort sich nur noch wenige Jahre in der Lage sehen, das bisherige Angebot beim Fest zu stemmen. Die hervorragende Entwicklung des Meddersheimer Weinfestes - über den Dorfplatz hinaus, hinein in die Straßen und offen für alle - ist Below das beste Beispiel für eine vorausschauende Planung.

Auf Kappes Frage, wie die Attraktivität des Innenstadtfestes denn nun gesteigert werden könnte, kam die Runde auf die Idee mit der Weinstraße vor der Sparkasse. Vereine und Winzer könnten dort in schmucken Ständen im Verbund Nahewein ausschenken, damit würde das Fest auch im in den vergangenen Jahren immer mehr verwaisten oberen Teil interessant. "Man muss sehen, dass die Leute rund gehen", will Kappes weg von dem einzigen Schwerpunkt rund um den Marktplatzbrunnen.

Below denkt da noch weiter. Der Stadtverbandsvorsitzende ist überzeugt, dass die Disco auf dem Denkmalplatz das Innenstadtfest zerreißt: "Mir fehlt das schlagende Argument für diesen Platz." Überdies nutze die Disco den Vereinen kaum etwas, da die jungendlichen Besucher sich ihre Getränke "meist im Rucksack mitbringen". Das hatte auch Kappes beobachtet: Wer mit seinem Verein auf dem Denkmalplatz stehe, betreibe "sehr hohen Aufwand für eine kurze Zeit". Kappes Befürchtung, man verliere ohne Disco die jungen Festbesucher, konterte Below: Eine ordentliche Band am Samstagabend wie die beim Meddersheimer Weinfest spreche alle Generationen an.


Allgemeine Zeitung
Wie ist die Kerb noch zu retten?

Vom 09.11.2007

ttt. BAD SOBERNHEIM Nicht nur das Innenstadtfest beschäftigte die kleine Runde des politischen Stammtisches der SPD. Auch die Kirmes macht den Sozialdemokraten sorgen - das einst wichtigste Volksfest verliere ständig an Bedeutung.

Markus Below überrascht das nicht. Alleine der Eingangsbereich der Kirmes gab für den SPD-Stadtverbandsvorsitzenden in diesem Jahr "ein katastrophales Bild" ab mit einem unsortierten Gemisch aus Ständen, Bierzelt, Weinausschank - und viel zu vielen Lücken. Gleichwohl räumte Below ein, dass eine alleine auf wirtschaftlichen Interessen bauende Kirmes schwieriger zu organisieren sei als etwa ein Innenstadtfest.

Bernd Kappes ist aufgefallen, dass die Kirmes auch für die jungen Leute immer mehr an Reiz verliert. Die Bemerkung von Gastwirt Günter Hagner, ein Gastronom wie Peter Fischer mit seiner jüngeren Klientel gehöre gerade deshalb auf den Johannisplatz, kann der Vorsitzende der DLRG da nur bestätigen.

Volker Kurz wundert sich über "Leute, die sagen, wir brauchen die Kerb - aber die selbst nicht hingehen". Die Möglichkeiten der Stadt, die Kirmes attraktiver zu machen, sieht das SPD-Stadtratsmitglied eher gering. Wer auf dem Volksfest sein Geld verdienen wolle, "dem kannst du keine Vorschriften machen". Gerade deshalb ist Kappes überzeugt: "Wir brauchen ein attraktives Festzelt!"

 
 

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