Werner Bohn mit Hintergründen zur Grundschule

Kommunales

Werner noch jung
Werner Bohn Grundschuldirektor i.R.

Schule ist eines seiner Lebensthemen. Nicht nur im politischen Umfeld hat er in diesem Bereich hohe Kompetenz und Anerkennung. Die aktuelle Berichterstattung über das Thema Betreuende Grundschule schreckt ihn.

Betreuende Grundschule

Wieder einmal hetzt die CDU die Wutz der Betreuenden Grundschule durch die Stadt. Angeführt vom CDU-Verbandsgemeinde-Chef Ron Budschat wird versucht den Elternbeirat zu instrumentalisieren. Nachdem Bettina Dickes und Rolf Kehl mit Erfolg CDU-Briefe über die Schulen verteilen ließen, wird nun wieder Wahlkampf mit Eltern, Kindern und Lehrern gemacht.

Zur Sache: Versuche, eine Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder einzurichten gab es in Bad Sobernheim schon lange, betrieben vor allem von den Grünen und den SPD-Frauen. Als die Grundschulleitung Elternbefragungen durchführte, war der tatsächliche Bedarf immer viel zu gering. Durch die Einführung der Ganztagsschule im Sommer 2008, vom Land gefordert und von der Verbandsgemeinde gewünscht, gab es nun das Nachmittagsangebot, allerdings nach Anmeldung für die Kinder verpflichtend. Nach wie vor gibt es jedoch auch Eltern, die am Nachmittag selbst entscheiden wollen, wann sie ihre Kinder in die Schule schicken und wann nicht. Dies wäre dann allerdings ein Hort, also eine Kindertagesstätte – aber keine Schule. Die anderen Grundschulen der Verbandsgemeinde entschieden sich für das Modell der Betreuenden Grundschule, wohl auch damit Kinder nicht zur Ganztagsgrundschule nach Bad Sobernheim abwanderten.

In der Betreuenden Grundschule sind Kinder und Eltern flexibel. Die Kinder werden beim Essen, bei den Hausaufgaben und beim Spielen von Honorkräften betreut. Dafür zahlen die Eltern und die Verbandsgemeinde. In der Ganztagsschule dagegen sind auch nachmittags Lehrkräfte eingesetzt, dazu ergänzend Honorarkräfte nach dem selbst verwalteten Budget der Schule. Eltern und Verbandsgemeinde zahlen nichts.

Wenn nun die Herren Kehl und Budschat von der CDU eine solche Betreuende Grundschule auch für Bad Sobernheim fordern, dann stellen sie die mühsam aufgebaute Ganztagsschule in Frage, denn beide Modelle können nicht parallel zueinander bestehen. Wieder einmal wird Unruhe in die Bad Sobernheimer Schullandschaft gebracht zu Lasten der Schulen, auf dem Rücken der Kinder.

Wer erinnert sich noch SONJA, das vor allem von der CDU propagierte und massiv unterstützte private Nachmittags-Betreuungsangebot. Selbst die damalige Familienministerin von der Leyen, Julia Klöckner und natürlich alle örtlichen CDU-Größen (außer Jörg Maschtowski!) sonnten sich im Lichte des Mehrgenerationenhauses am Marktplatz, das von der Betreiberin selbst als Konkurrenz zur Ganztagsgrundschule angepriesen wurde. Dort, wo jetzt eine Eisdiele ist, wurden sechsstellige Euro-Beträge aus Steuermitteln ausgegeben. Nach dem Scheitern wollte niemand mehr dafür verantwortlich gewesen sein.

Die CDU sollte die Bad Sobernheimer Schulen unterstützen und in Ruhe arbeiten lassen. Wir können mit unseren Schulen glänzen, fast alles funktioniert vor Ort. Außer der ursprünglich in Münchwiesen geplanten Fachoberschule Soziales – die hat die Kreis-CDU unter Führung des Landrats bisher immer abgeblockt.

 
 

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